künstlerische Beschreibung der flag4peace®
Moderner Symbolismus steht hier Pate für eine uralte Idee vom idealen Zustand:
Es ist das Anliegen der Künstlerin, den Ausspruch immerwährend zu gestalten, um
der Wirkung des Flüchtigen zu entgehen.
Dem ist mit reinem Niederschreiben oder plakativen Verarbeiten noch nicht Genüge
getan.
Es bedarf vielmehr der Bewegung des Untergrundes, um diesen Moment der
Flüchtigkeit zu verdeutlichen. Hier entstammt die Idee, anstelle eines Bildes eine
Fahne/Flagge als Aufbringungsort der künstlerischen Gestaltung zu wählen.
Das Tuch flattert im Wind. Die Buchstaben bewegen sich, sind sichtbar und auch
nicht.
Gleichzeitig ist die Fahne seit Alters her Informationsträger und Symbol. Die weiße Fahne insbesondere ist Ausdruck der Friedfertigkeit, des Abstandnehmens von Gewalt, des Abschlusses, der Aufgabe, aber auch der Reinheit.
Friede ist ein internationaler, grenzüberschreitender Wunsch, ein Grundbedürfnis des Menschen. Dies vermittelt die Aufbringung des Wortes „Frieden“ in vielen Sprachen auf der Fahne. Das scheinbar wild und zufällig gemischte Konvolut von Einzelworten versinnbildlicht diese Pluralität in der Einheit.
Die Lettern der Worte sind schwarz gewählt, denn schwarz an sich ist keine Farbe,
sondern ein Zustand, - nämlich die Abwesenheit von Licht. Umso klarer entspringt
der „Frieden“ aus dem inneren Licht – der Seele.
Schwarz auf Weiß – das ist der schärfste Kontrast, um eine Sache klar darzustellen.
Relativismus – ist hier nicht möglich.
Die Schriftgöße ist bewusst relativ klein gewählt, nicht nur um den Betrachter zum
genauen Hinschauen zu bewegen. Nein, der einzelne Beitrag ist immer klein, das
Ziel / Prinzip „Frieden“ ist das wahrhaft Grosse.
Die Vorderseite der Fahne/Flagge zeigt die Worte allein, die Rückseite der kleinen Fähnchen vermittelt mit blauen Erklärungen die jeweils verwendete Sprache. Ein jedes Ding hat zwei Seiten. Beim „Frieden“ kommt, egal wie man es wendet, immer das Gleiche heraus. Die Erhellung kommt aber erst auf den zweiten Blick. Dies bescheinigt die Sprachangabe auf der 2. Seite.
Zentral ist hier die Gebärdensprache. Zum einen wegen ihrer ohnehin gegebenen Internationalität. Zum andern ist die Folge von Gewalt – als Gegenteil von Frieden – stets Verletzung und Versehrtheit. Umso gewichtiger ist der Ausdruck des Friedens in erster Linie in der Sprache des Verletzten / Versehrten.
Sprachen alter Zeiten ( Hieroglyphen, Runen, Keltik ) sammeln sich an den Rändern. Der Mitte zu wird es moderner. Dies drückt den Umstand aus, dass Vergangenes stets den Hintergrund zum Aktuellen bildet.
Die Mischung der Worte im Übrigen zollt dem Umstand Tribut, dass jeder Mensch mit seinen Augen die Gegebenheiten der Welt sieht, und dass Frieden im letzten nicht streng logisch ist.
Die Fahne/Flagge ist wie gesagt ein altbekanntes Kommunikationsmittel. Sie verkörpert die Idee des Dialogs, wonach sich Frieden nur aus der gesprächigen Zweisamkeit entwickeln kann. Er muss gelebt werden, immer in Bewegung sein.
Mit diesem Oeuvre soll der Betrachter animiert werden, trotz unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Erziehung und Kultur offen und vorbehaltlos miteinander umzugehen..
„Es sind Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“
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| Vorderseite | Rückseite (mit Sprachen) |